Dauer der Beratung: Wie lange dauert eine Sitzung wirklich

Verständlich erklärt: Wie lange dauert eine Beratung, Erstgespräch, regelmäßige Sitzungen, wie läuft alles ab und was können Sie erwarten.

Manchmal formulieren Eltern es so: «Wir möchten dem Jugendlichen helfen, aber im Kopf kreisen praktische Fragen: Wie lange dauert das alles? 30 Minuten? Eine Stunde? Und wenn das Kind überhaupt nicht spricht — was passiert dann beim Gespräch?»

In der Zwischenzeit:

  • Sie planen Zeit und Budget, wissen aber nicht, womit Sie rechnen sollen;
  • Sie denken darüber nach, wie das in den Familienalltag passt;
  • Sie sind besorgt: «Was, wenn ein Gespräch nicht hilft? Wie viele braucht man?»

Und die Frage entsteht: Wie lange dauert eine Beratung wirklich, und wie viele Sitzungen braucht man, um Veränderungen zu sehen?

Ich bin Beraterin für Jugendentwicklung in Nürnberg. In diesem Artikel erkläre ich verständlich:

  • wie lange das Erstgespräch (Erstgespräch) und die folgenden Beratungen dauern;
  • wie eine typische Sitzung für Sie und den Jugendlichen aussieht;
  • wie viele Sitzungen normalerweise nötig sind, um Veränderungen zu spüren.

Wenn Sie beim Lesen merken, dass Sie Ihre spezifische Situation besprechen möchten, können Sie über den Bereich «Für Eltern» ein Kennenlerngespräch vereinbaren.

1. Erstgespräch: 90 Minuten, um zu verstehen, ob es zu Ihnen passt

Das Erstgespräch (Erstgespräch) dauert normalerweise 90 Minuten. Das ist keine starre Regel — manchmal braucht es mehr Zeit, wenn die Situation komplex ist (z. B. mehrere Probleme gleichzeitig oder langjährige Konfliktgeschichte), manchmal weniger, wenn sich schnell Klarheit ergibt.

In dieser Zeit:

  • kennenlernen — ich lerne Sie und den Jugendlichen kennen, Sie lernen mich kennen. Das ist wichtig: Beratung funktioniert nur, wenn es Vertrauen und ein Gefühl von Sicherheit gibt;
  • Informationen sammeln — was passiert in der Familie, in der Schule, was beschäftigt Sie. Nicht wie ein Verhör, sondern wie ein Gespräch: Ich stelle Fragen, Sie erzählen, was Sie bereit sind zu teilen;
  • Ziele klären — was möchten Sie erreichen, was ist Ihnen wichtig. Manchmal kommen Eltern mit einem Ziel und verstehen im Prozess, dass eigentlich etwas anderes wichtig ist — das ist normal;
  • prüfen, ob das Format passt — das ist keine Verpflichtung, sondern eine Möglichkeit zu verstehen, ob Ihnen diese Art der Arbeit liegt. Wenn Sie nach dem Gespräch verstehen, dass es nicht Ihr Format ist — das ist normal. Wenn Sie verstehen, dass Sie weitermachen möchten — vereinbaren wir die nächsten Schritte.

Wichtig: Das Erstgespräch ist keine Therapie, sondern ein Kennenlernen. Niemand verpflichtet sich zu etwas. Sie können kommen, sprechen, verstehen, ob es zu Ihnen passt, und entscheiden, ob Sie weitermachen möchten.

Was passiert, wenn der Jugendliche schweigt?

Das ist normal. Jugendliche schweigen oft beim Erstgespräch — das bedeutet nicht, dass etwas nicht stimmt. Ich arbeite mit dem, was da ist: stelle Fragen an die Eltern, beobachte, schaffe eine sichere Atmosphäre. Manchmal beginnt der Jugendliche später zu sprechen, beim zweiten oder dritten Gespräch. Manchmal ist Schweigen auch Information: Vielleicht ist der Jugendliche nicht bereit zu sprechen, oder er braucht Zeit, um sich sicher zu fühlen.

Es kommt auch vor: Der Jugendliche schweigt, aber ich sehe, wie er auf das reagiert, was die Eltern sagen — nickt, schüttelt den Kopf, der Gesichtsausdruck ändert sich. Das ist auch Arbeit. Manchmal ist Schweigen ein Schutz, manchmal eine Art zu prüfen, ob es hier sicher ist.

2. Regelmäßige Beratungen: 50–60 Minuten, Häufigkeit hängt von der Situation ab

Regelmäßige Beratungen dauern normalerweise 50–60 Minuten. Das ist die Standarddauer für psychologische Beratung — genug, um an konkreten Themen zu arbeiten, aber nicht zu lang, um nicht müde zu werden. Nach einer Stunde sinkt die Konzentration und die Effektivität nimmt ab.

Die Häufigkeit hängt von der Situation ab:

  • Intensive Phase (erste 4–6 Sitzungen) — einmal pro Woche oder alle zwei Wochen. Das ist die Zeit, in der wir aktiv an Veränderungen arbeiten, und Regelmäßigkeit ist wichtig. Wenn man sich seltener trifft, verliert man den Impuls und Veränderungen passieren langsamer.
  • Unterstützende Phase — einmal im Monat oder nach Bedarf. Wenn die Hauptveränderungen bereits passiert sind, kann man sich seltener treffen, um den Fortschritt zu unterstützen und neue Fragen zu klären, wenn sie auftreten.

Das ist keine starre Regel — die Häufigkeit kann sich je nach dem ändern, was im Leben der Familie passiert. Wenn sich die Situation verschärft (z. B. Konflikt in der Schule oder zu Hause), kann man sich öfter treffen. Wenn alles stabil ist — seltener.

Wie sieht eine typische Sitzung aus

Eine typische Sitzung kann beinhalten:

  • Anfang (5–10 Minuten) — wie geht es, was hat sich seit dem letzten Gespräch geändert. Das ist nicht nur Formalität — wichtig zu verstehen, was in dieser Zeit passiert ist, was funktioniert hat, was nicht. Manchmal kommen Eltern und sagen: «Alles war gut, und dann wieder Konflikt» — das ist wichtige Information, die hilft zu verstehen, was funktioniert und was nicht.
  • Hauptteil (35–45 Minuten) — Arbeit an konkreten Themen, Techniken, Diskussion. Das kann ein Gespräch über das sein, was zu Hause passiert, Arbeit mit konkreten Situationen (z. B. wie reagieren, wenn der Jugendliche frech wird), Kommunikationstechniken (Ich-Botschaften, aktives Zuhören), Planung der nächsten Schritte.
  • Ende (5–10 Minuten) — Zusammenfassung, Vereinbarungen für das nächste Gespräch. Wichtig ist, festzuhalten, was wir besprochen haben, was wir bis zum nächsten Gespräch versuchen werden. Das ist keine Hausaufgabe im strengen Sinne, sondern eher ein Experiment: «Versuchen Sie diese Woche so, und wir schauen, was passiert».

Manchmal treffen sich Jugendlicher und Eltern zusammen, manchmal getrennt — das hängt vom Anliegen und der Situation ab. Manchmal läuft ein Teil des Gesprächs zusammen (z. B. besprechen wir gemeinsame Regeln), ein Teil getrennt (z. B. bespreche ich mit dem Jugendlichen seine spezifischen Fragen).

3. Wie viele Sitzungen braucht man: realistische Erwartungen

Es gibt keine universelle Antwort. Das hängt ab von:

  • Komplexität der Situation — einfache Fragen können in 4–6 Sitzungen gelöst werden, komplexere brauchen mehr Zeit. Wenn das Problem tief ist (z. B. langjährige Konflikte, die Jahre andauern), wenn dahinter Traumata oder ernsthafte emotionale Probleme stehen — braucht es mehr Zeit. Nicht weil ich «ziehe», sondern weil tiefe Veränderungen Zeit brauchen.
  • Bereitschaft zur Veränderung — manchmal passieren Veränderungen schnell, manchmal braucht es mehr Zeit. Der Jugendliche kann bereit sein, sich zu ändern, oder widerstehen (das ist normal — Widerstand ist Schutz). Eltern können bereit sein, ihren Ansatz zu ändern, oder unter Stress stehen und nicht bereit sein. Das ist niemandes Schuld — einfach ein Fakt, den man berücksichtigen muss.
  • Zielen — was genau möchten Sie ändern. Wenn das Ziel konkret und klein ist (z. B. Kommunikation zu einem Thema verbessern — sagen wir, Zeit der Heimkehr) — können ein paar Sitzungen reichen. Wenn das Ziel allgemeiner ist (z. B. Beziehungen insgesamt verbessern) — braucht es mehr Zeit.

Orientierung:

  • Erste Veränderungen — oft schon nach 2–4 Sitzungen sichtbar. Das kann eine kleine Verbesserung in der Kommunikation sein (z. B. weniger Geschrei, mehr Dialog), weniger Spannung, erste Versuche, anders auf Situationen zu reagieren. Das bedeutet nicht, dass das Problem gelöst ist — es bedeutet, dass der Prozess begonnen hat.
  • Spürbare Verbesserungen — normalerweise nach 6–10 Sitzungen. Zu diesem Zeitpunkt sind normalerweise stabilere Veränderungen sichtbar: Verbesserung der Beziehungen, weniger Konflikte, effektivere Wege, Probleme zu lösen. Jugendlicher und Eltern beginnen, einander besser zu verstehen, eine gemeinsame Sprache zu finden.
  • Tiefere Veränderungen — können 10–20 Sitzungen oder mehr erfordern. Das ist, wenn man an tieferen Problemen arbeiten muss: Traumata, langjährige Konflikte, ernsthafte emotionale Probleme. Das ist kein schneller Prozess, aber es lohnt sich.

Wichtig: Das ist kein linearer Prozess. Manchmal gibt es Rückschritte (das ist normal — nicht alles klappt sofort), manchmal schnelle Durchbrüche (wenn plötzlich alles «klickt» und klar wird). Manchmal scheint es, als würde sich nichts ändern, und dann ändert sich plötzlich alles schnell. Das ist normal — Veränderungen sind nicht immer sofort sichtbar.

4. Wenn Hilfe nicht «irgendwann», sondern jetzt nötig ist: wichtige Kontakte in Deutschland

Wenn Sie ein Lebensrisiko sehen oder das Gefühl haben, dass die Situation außer Kontrolle gerät, warten Sie nicht auf einen freien Termin — weder bei einem Berater, noch bei einem Coach, noch bei einem Therapeuten.

Bei akuter Lebensgefahr (Suizidgedanken, Selbstverletzung):

  • 112 — Notruf (rund um die Uhr);
  • 110 — Polizei (wenn direkte Gefahr für die Sicherheit besteht).

Krisenpsychologische Hilfe:

  • Telefonseelsorge:
    0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos, anonym);
  • Nummer gegen Kummer (für Kinder und Jugendliche):
    116 111 (Mo–Sa 14:00–20:00, kostenlos);
  • Nummer gegen Kummer (für Eltern):
    0800 111 0 550 (Mo–Fr 9:00–11:00, Di und Do 17:00–19:00, kostenlos).

Offizielle Hilfeportale für Familien:

Krisenhilfe:


Wichtig: Dieser Text ist keine Diagnose und kein Ersatz für eine persönliche Beratung oder medizinische Hilfe.
Wenn Sie bei einem Jugendlichen ernsthafte Veränderungen im Verhalten oder emotionalen Zustand bemerken, ist es besser, dies mit einem Fachmann zu besprechen, als zu hoffen, dass es «von selbst vorbeigeht».

Autorin: Irina Kimnatna, Beraterin für Jugendentwicklung in Nürnberg.

Bereit für Veränderungen?

Wenn Sie das Gefühl haben, allein nicht weiterzukommen, oder einen strukturierten Aktionsplan für Ihre Familie benötigen — vereinbaren Sie eine Beratung.

Das Erstgespräch ist eine Möglichkeit, die Situation von außen zu betrachten und zu verstehen, welche Schritte Ihnen helfen können.