Depression bei Jugendlichen: Anzeichen und Hilfe

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Manchmal beschreiben Eltern es so: «Der Jugendliche ist anders geworden: zieht sich ins Zimmer zurück, will mit niemandem sprechen, hat das Interesse an allem verloren. Wir denken: Ist das einfach Pubertät oder schon Depression?»

In der Zwischenzeit zu Hause:

  • der Jugendliche isoliert sich, lehnt alles ab, was früher Spaß gemacht hat;
  • der Schlaf ist gestört — mal Schlaflosigkeit, mal ständige Schläfrigkeit;
  • der Appetit hat sich geändert — drastischer Gewichtsverlust oder -zunahme;
  • Sie hören: «Alles ist sinnlos», «Nichts wird sich ändern», «Ich bin zu nichts fähig»;
  • die Schulleistungen fallen, die Konzentration ist bei null.

Und die Frage entsteht: Wie unterscheidet man Depression von normaler Pubertät, und wie hilft man dem Jugendlichen, wenn es wirklich Depression ist?

Ich bin Beraterin für Jugendentwicklung in Nürnberg. In diesem Artikel erkläre ich:

  • was Depression ist und wie sie sich bei Jugendlichen zeigt;
  • wie man Depression von normaler Pubertät unterscheidet;
  • praktische Schritte, wie man dem Jugendlichen hilft;
  • wann professionelle Hilfe nötig ist und wo man sich hinwenden kann.

Wenn Sie beim Lesen merken, dass Sie Ihre spezifische Situation besprechen möchten, können Sie über den Bereich «Für Eltern» oder «Für Jugendliche» ein Kennenlerngespräch vereinbaren.

Wichtig: Dieser Artikel dient der Information. Diagnose und Behandlung von Depression sind die Kompetenz von Ärzten und Psychotherapeuten. Beratung ersetzt keine medizinische Hilfe.

1. Was ist Depression: nicht einfach «schlechte Laune»

Depression (eine klinische Diagnose, die nur von einem Arzt oder Psychotherapeuten gestellt werden kann) ist eine ernsthafte psychische Störung, die beeinflusst:

  • Emotionen — ständige Traurigkeit, Apathie, Verlust von Interesse;
  • Verhalten — Isolation, Verweigerung von Aktivitäten, Veränderungen in Schlaf und Appetit;
  • Denken — negative Gedanken, Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten.

Depression ist keine Schwäche oder Faulheit. Es ist ein medizinischer Zustand, der professionelle Behandlung durch Ärzte oder Psychotherapeuten erfordert.

Ursachen von Depression bei Jugendlichen

Depression kann aus verschiedenen Gründen entstehen:

  • Biologische Faktoren — genetische Veranlagung, hormonelle Veränderungen;
  • Psychologische Faktoren — niedriges Selbstwertgefühl, Stress, Traumata;
  • Soziale Faktoren — Konflikte in der Familie, Mobbing, Probleme in der Schule;
  • Stressige Ereignisse — Scheidung der Eltern, Verlust eines Nahestehenden, Umzug.

Oft entsteht Depression durch eine Kombination mehrerer Faktoren.

2. Anzeichen von Depression bei Jugendlichen

Emotionale Anzeichen

  • Ständige Traurigkeit — nicht einfach «schlechte Laune», sondern ständige Traurigkeit, die Wochen anhält;
  • Apathie — Verlust von Interesse an allem, was früher Spaß gemacht hat;
  • Reizbarkeit — ständige Reizbarkeit, nicht mit konkreten Situationen verbunden;
  • Gefühl der Hoffnungslosigkeit«Alles ist sinnlos», «Nichts wird sich ändern»;
  • Schuldgefühle — ständige Schuldgefühle, auch für Dinge, die nichts mit dem Jugendlichen zu tun haben.

Wenn diese Anzeichen länger als 2 Wochen andauern und das normale Leben beeinträchtigen, könnte es Depression sein.

Verhaltensanzeichen

  • Isolation — vollständige Isolation von Familie und Freunden;
  • Verweigerung von Aktivitäten — Verweigerung von Hobbys, Sport, Treffen mit Freunden;
  • Veränderungen im Schlaf — Schlaflosigkeit oder ständige Schläfrigkeit;
  • Veränderungen im Appetit — drastischer Gewichtsverlust oder -zunahme;
  • Müdigkeit — ständige Müdigkeit, nicht mit körperlicher Anstrengung verbunden;
  • Selbstverletzung — Schnitte, Verbrennungen, andere Formen der Selbstverletzung.

Kritische Anzeichen (erfordern sofortige Hilfe)

  • Suizidgedanken oder -versuche;
  • Selbstverletzung;
  • vollständige Verweigerung von Essen oder Trinken;
  • vollständige Isolation länger als eine Woche.

Bei diesen Anzeichen wenden Sie sich sofort an Notdienste (112) oder Krisenhilfe.

Kognitive Anzeichen

  • Konzentrationsschwierigkeiten — kann sich nicht auf Schule oder andere Aufgaben konzentrieren;
  • Negative Gedanken — ständige negative Gedanken über sich selbst, die Welt, die Zukunft;
  • Entscheidungsschwierigkeiten — selbst einfache Entscheidungen werden schwierig;
  • Gedächtnisprobleme — Schwierigkeiten beim Erinnern von Informationen.

Diese Anzeichen beeinflussen die Schulleistungen und das tägliche Leben.

3. Wie man Depression von normaler Pubertät unterscheidet

Normale Pubertät:

  • Stimmungsschwankungen, Streben nach Unabhängigkeit, Konflikte;
  • aber sie dauern nicht Wochen und beeinträchtigen nicht das normale Leben;
  • der Jugendliche interessiert sich noch für etwas, kommuniziert mit Freunden, geht zur Schule.

Depression:

  • Symptome dauern länger als 2 Wochen;
  • beeinträchtigen das normale Leben (Schule, Freunde, Familie);
  • die Situation verschlechtert sich mit der Zeit, verbessert sich nicht.

4. Wie man einem Jugendlichen mit Depression hilft

Schritt 1: Erkennen Sie das Problem an

Das Erste und Wichtigste — erkennen Sie an, dass es ein Problem ist:

  • Nicht abwerten«Mach dir keine Sorgen, das geht vorbei» hilft nicht;
  • Nicht beschuldigen«Du bist einfach faul» hilft nicht;
  • Gefühle anerkennen«Ich sehe, dass es dir schwerfällt».

Das Problem anzuerkennen ist der erste Schritt zur Hilfe.

Schritt 2: Suchen Sie professionelle Hilfe

Depression ist ein medizinischer Zustand, der Behandlung erfordert:

  • Kinder- und Jugendpsychiater — für Diagnose und Behandlung;
  • Psychotherapeut — für Psychotherapie (erfordert Überweisung vom Arzt);
  • Psychologische Beratung — für Unterstützung und Arbeit mit Emotionen.

Haben Sie keine Angst, Hilfe zu suchen — das ist keine Schwäche, sondern Fürsorge.

Schritt 3: Unterstützen Sie den Jugendlichen

Unterstützung ist wichtig in allen Phasen der Behandlung:

  • Seien Sie da — auch wenn der Jugendliche Sie abweist, bleiben Sie da;
  • Hören Sie zu — geben Sie keine Ratschläge, hören Sie einfach zu;
  • Anerkennen Sie Gefühle«Ich sehe, dass es dir schwerfällt»;
  • Nicht drängen — zwingen Sie nicht, das zu tun, was der Jugendliche nicht kann.

Unterstützung gibt dem Jugendlichen das Gefühl, nicht allein zu sein.

Schritt 4: Schaffen Sie eine sichere Umgebung

Eine sichere Umgebung ist wichtig für die Genesung:

  • Stabilität — vorhersehbare Routine, Regeln;
  • Unterstützung — Atmosphäre des Verständnisses und der Akzeptanz;
  • Schutz — Schutz vor Stress und Konflikten.

Eine sichere Umgebung fördert die Genesung.

5. Wenn Hilfe nicht «irgendwann», sondern jetzt nötig ist: wichtige Kontakte in Deutschland

Wenn Sie ein Lebensrisiko sehen oder das Gefühl haben, dass die Situation außer Kontrolle gerät, warten Sie nicht auf einen freien Termin — weder bei einem Berater, noch bei einem Coach, noch bei einem Therapeuten.

Bei akuter Lebensgefahr (Suizidgedanken, Selbstverletzung):

  • 112 — Notruf (rund um die Uhr);
  • 110 — Polizei (wenn direkte Gefahr für die Sicherheit besteht).

Krisenpsychologische Hilfe:

  • Telefonseelsorge:
    0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos, anonym);
  • Nummer gegen Kummer (für Kinder und Jugendliche):
    116 111 (Mo–Sa 14:00–20:00, kostenlos);
  • Nummer gegen Kummer (für Eltern):
    0800 111 0 550 (Mo–Fr 9:00–11:00, Di und Do 17:00–19:00, kostenlos).

Kinder- und jugendpsychiatrische Hilfe:

  • Wenden Sie sich an die nächste Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik oder einen Kinder- und Jugendpsychiater;
  • Über den Hausarzt kann eine Überweisung erhalten werden.

6. Häufig gestellte Fragen zu Depression

Kann man Depression «abwarten»?

Nein, Depression ist ein medizinischer Zustand, der professionelle Behandlung durch Ärzte oder Psychotherapeuten erfordert. Je früher man Hilfe sucht, desto besser die Prognose. Warten Sie nicht, bis sich die Situation verschlechtert.

Was tun, wenn der Jugendliche nicht zu einem Fachmann gehen möchte?

Das ist normal. Der Jugendliche kann widerstehen. Beginnen Sie mit Beratung für Eltern — das hilft, die Situation zu verstehen und einen Ansatz zum Jugendlichen zu finden.

Wie lange braucht es für Verbesserung bei Depression?

Das ist individuell. Normalerweise braucht es 6–12 Monate professioneller Hilfe (Psychotherapie, bei Bedarf Medikamente unter ärztlicher Aufsicht). Wichtig ist, früher zu beginnen und geduldig zu sein.

Offizielle Hilfeportale für Familien:

Krisenhilfe:


Wichtig: Dieser Text ist keine Diagnose und kein Ersatz für eine persönliche Beratung oder medizinische Hilfe.
Wenn Sie bei einem Jugendlichen ernsthafte Veränderungen im Verhalten oder emotionalen Zustand bemerken, ist es besser, dies mit einem Fachmann zu besprechen, als zu hoffen, dass es «von selbst vorbeigeht».

Autorin: Irina Kimnatna, Beraterin für Jugendentwicklung in Nürnberg.

Bereit für Veränderungen?

Wenn Sie das Gefühl haben, allein nicht weiterzukommen, oder einen strukturierten Aktionsplan für Ihre Familie benötigen — vereinbaren Sie eine Beratung.

Das Erstgespräch ist eine Möglichkeit, die Situation von außen zu betrachten und zu verstehen, welche Schritte Ihnen helfen können.